Über ein halbes Jahrhundert sind mittlerweile seit der Gründung des St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim vergangen, und das grün-schwarze Korps ist in seinem heutigen Erscheinungsbild nicht mehr aus den Holzheimer Schützenreihen wegzudenken. Es ist fester Bestandteil und eine feste Größe im Holzheimer Schützenwesen und trägt mit dazu bei, das hohe Ansehen und den guten Ruf, den Holzheims Schützen im weiten Umkreis genießen, zu erhalten und zu mehren.

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Die heutige Korpsspitze : Major Michael Schmidt mit Adjutant Alexander Tappen

Die Begeisterung und der Elan aus den Gründerjahren, die noch von den Entbehrungen der Nachkriegszeit geprägt waren, haben sich bis heute in die dritte Generation ungebrochen fortgesetzt. Alte Traditionen werden sorgsam bewahrt, aber auch Neuem zeigt man sich nicht verschlossen, damit die Harmonie, der Zusammenhalt und vor allem die Kameradschaft unter den Schützen weiterhin belebt und gefördert werden.

Noch gibt es genügend Zeitzeugen, auch in den Reihen der Aktiven und Passiven des Korps,, die sich gerne und bewusst an den 19. August 1956 erinnern, an dem 43 Teilnehmer der Gründungsversammlung in der Gaststätte „Zum Deutschen Eck“ in Löveling auf einfachem Karton die Gründungsurkunde unterschrieben.

Überwiegend kamen die Gründungsmitglieder aus dem Ortsteil Löveling, und so hatte der Volksmund auch rasch einen Beinamen für das St. Hubertus-Schützen-Korps gefunden: Die „Lövelinger“.

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Willi Schornstein “ de alde Pesch „

In der Tat spielte sich das Korpsleben hauptsächlich in Löveling im „Deutschen Eck“ ab, dessen Wirt Willi Schornstein, „de alde Pesch“, engagiert die Gründung des neuen Schützen-Korps zusammen mit Franz Lenzen initiiert hatte.Heute sind die Hubertus-Züge in fast allen Holzheimer Gaststätten vertreten und haben dort ihre Vereins- bzw. Wachlokale an den Schützenfesttagen. Alte Zugnamen, wie „Zwölfender“, „Jagdhorn“, „Wildgänse“ oder „Edelhirsch“ sind verschwunden, neue, wie „Jungwild“, „Turmfalken“ und „Jägermeister“ sind hinzugekommen und beweisen eine ständige Regeneration. Das St. Hubertus-Schützen-Korps hat seit 1989 sein Domizil im Brauereiausschank Frankenheim am Holzheimer Bahnhof.

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Mitbegründer und langjährige Korpsspitze : Franz Lenzen und Heinz Ervenich

Beim Aufbau des neuen Korps halfen damals auch entscheidend Willi Lambertz, Heinrich Müller, Jakob Tillmann, Heinz Ervenich, Fritz Kremer, Theo Höffges, Christian Schmitz und Toni Steinfels mit.

Auch bildete sich rasch ein Freundes- und Gönnerkreis, der das junge Korps ohne Umschweife materiell und finanziell unterstützte und auf die Beine half. Man brauchte nicht lange zu bitten, und die Freunde und damaligen Ehrenmitglieder Josef Klören, Ernst Hoffmann, Dr. Karl Dorsemagen, Dr. Heinz Verfürth, Josef Baum, Peter Schrills, Hubert Heckhausen, Heinrich Fischer, Hermann Weyer (damaliger BSV-Präsident), Heinrich Roesberg, Johann Krug, Peter Schorn (damaliger Grenadiermajor und späterer Oberst), Dr. Peter Hintzen (damaliger Holzheimer Gemeindedirektor), Heinrich Bovelett, Erich Blockhaus(Holzheimer Schützenkönig 1957) und Paul Bierewirtz (damaliger Oberst) standen mit Rat und Tat zur Seite.

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1957 : v.l. Fritz Kremer, Heinz Ervenich, Toni Steinfels

Auf der Wiese unseres Ehrenmitglieds Ernst Hoffmann an der Kreitzer Straße fanden die ersten Stiftungsfeste im Festzelt statt Seit 50 Jahren ist auch Josef Grau, der damalige Schriftführer und danach langjährige, verdienstvolle Präsident und heutige Ehrenpräsident des Holzheimer Bürger-Schützenvereins dem St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim freundschaftlich auf’s Engste verbunden.

Nach der Gründung wollte das junge Korps sich dem Bürger- Schützenverein Holzheim anschließen. Das Komitee des Bürger- Schützenvereins unter seinem damaligen Präsidenten Hermann Weyer begrüßte die Gründung und den Beschluss des neuen Schützen-Korps.

Schon bald war die Mitgliederzahl durch fleißiges Werben auf über 60 angewachsen, wie vom Komitee des Bürger-Schützenvereins gefordert.

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Hauptmann von 1956 – 1971 Heinrich Müller

Das bedeutete, dass das St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim, nachdem im Herbst 1956 das erste Hubertus-Fest gefeiert worden war, im Jahre 1957 erstmalig als eigenständiges Schützen-Korps mit Tambourcorps und Musikkapelle sowie mit Major nebst Adjutanten zu Pferde als Einheit beim Holzheimer Schützenfest aufmarschierte. Heute marschieren knapp 200 Schützen in den stattlichen Reihen des Korps. Damit ist es zum zweitgrößten Schützen-Korps im Bürger- Schützenverein Holzheim avanciert. Im Jahre 2005 hatte das Korps mit 209 Aktiven seinen Höchststand.

Seit 50 Jahren wird auch die Hubertus-Standarte beim Schützenfest beritten mitgeführt. Eine liebgewordene Tradition, die im weiten Umkreis der verschiedenen Schützenvereine und Bruderschaften keinen Vergleich findet, mit Ausnahme der ohnehin berittenen Reiter- und Artilleriecorps.

Im Jahre 1981 konnte das St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim ein glanzvolles Silberjubiläum feiern, das unter dem Protektorat des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Neuss Herbert Karrenberg, der bei der Eingliederung 1975 in die Stadt Neuss die ehemals selbständige Gemeinde Holzheim als Perle der Stadt Neuss bezeichnete, stand. Schon damals marschierten 140 aktive Hubertus-Schützen in Reih’ und Glied.

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1958: v.l. Heinz-Hubert Schmitz, Christian Schmitz, Heinz Günther

Nicht minder attraktiv wurde im Jahre 1996 das 40-jährige Bestehen des St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim unter dem Protektorat von Josef Grau begangen.

Das Korps ist dank ständiger solider Führung und kontinuierlicher Aufbau -arbeit stetig gewachsen. Hierfür zeichneten und zeichnen besonders neben dem langjährigen, verdienstvollen Präsidenten und Major in Personalunion, Ehrenpräsidenten und -major, leider viel zu früh verstorbenen Johann Fischer, sein eine Vorgänger im Präsidentenamt Willi Schornstein, Franz Lenzen und Peter Schornstein sowie seine Vorgänger als Major Franz Lenzen und Heinz Ervenich verantwortlich, die bestens von den Vorstandsmitgliedern Willi Lambertz, Jakob Tillmann, Reiner Schmidt, Georg Schiefenhövel, Ralf Dollendorf, Klaus-Dieter Steinfeld, Torsten Ziemes, Hans-Josef Ippendorf und Willy Lohkamp sowie den Adjutanten Fritz Kremer, Theo Höffges, Matthias Becker, Heinz Brandt, Karl-Heinz Brand und Klemens Hart unterstützt wurden.

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Bildeten 1986 – 1994 die Korpsspitze :
Major Johann Fischer mit Adjutant Karl-Heinz Brand

Seit 2003 hat Michael Schmidt, der im Jahre 2000 das Amt des Hauptmanns vom beliebten Vorgänger Heinz Günther übernommen hatte, seinen Onkel Johann Fischer als Präsident und Major, ebenfalls in Personalunion, beerbt. Zur Seite reitet ihm als Adjutant Alexander Tappen. Die Geschäfte erledigen zur vollsten Zufriedenheit der Hubertus-Schützen die Schriftführer Thomas Papenheim und Tim Nowak sowie die Kassierer Christoph Pastoors und Helmut Schmitz. Mit dieser Führungsriege stellt sich das St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim auch der Zukunft, und die Führungsriege weiß alle Hubertus-Schützen als Einheit hinter sich.

Auch Hauptmann Hermann-Josef Nowak mit seinem Zug „Waldeslust“, der die „Turmfalken“ im Jahre 2012 nach acht Jahren als Hauptmannszug ablöste, erfährt von den Mitgliedern des Korps vollste Unterstützung. Er hält auch an der Frühschoppentradition des Hauptmanns am Schützenfestsonntag vor der Parade fest.

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1976 : Der langjährige Major Johann Fischer mit dem heutigen Major
und damaligem Edelknaben Michael Schmidt

Ebenso darf der Festausschuss nicht unerwähnt bleiben. Er garantiert die Abwicklung der beliebten Hubertus-Feste und Sommerfeste, die das Holzheimer Schützenjahr bereichern. Das wird von den Schützen, Freunden und Gönnern des Korps immer honoriert. Die Feste sind immer gut besucht und vermitteln immer gesellige Atmosphäre. Dem Korps verschafft dies hohe Anerkennung und einen besonderen Stellenwert in der Holzheimer Bevölkerung. Gleichzeitig erfährt das Korps dadurch Geselligkeit, Kameradschaft und innere Stabilität.

Eine große Bereicherung für das St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim ist auch bis auf den heutigen Tag das St. Hubertus-Fanfarencorps Holzheim unter der Leitung von Torsten Böcker, das im Jahre 1982 auf Initiative von Dieter Böcker und Johann Fischer neu gegründet wurde und die Hubertus-Schützen bei ihren Aufmärschen , Umzügen und Paraden musikalisch begleitet.

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Trägt zur Zeit die Standarte : Dirk Reibert

Seit 25 Jahren marschiert Wilfried Born aus Köln-Bocklemünd /Mengenich, mehrfacher Deutscher Meister im Fahnenschwenken, in den Reihen des Hubertus-Zuges „Waldeslust“ als Fahnenschwenker mit und zeigt während der Umzüge gekonnt seine Fähigkeiten und Qualitäten mit dem Fahnentuch, die von den Zuschauern immer wieder mit prasselndem Beifall bedacht werden. Im Jahre 1984 wurde Norbert Krüll vom Hubertus-Zug „Jagdhorn“ bei den Deutschen Meisterschaften im Fahnenschwenken in Aachen Deutscher Meister in der

Seniorenklasse A II (ab 24 Jahre; Fahnentuch 1,40 X 1,40 m). Hier belegten Wilfried Born den 4. und Udo Müller vom Hubertus-Zug „Stolzer Hirsch“ noch einen beachtlichen 5. Platz. Peter Schornstein hatte als Trainer der Fahnenschwenkergruppe die Pflicht- und Kürfiguren mit hohen Schwierigkeitsgraden ausgefeilt
zusammengestellt. Im folgenden Jahr belegte Norbert Krüll ebenfalls mir einer brillanten Kür bei den

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Fahnenschwenker: Wilffried Born

Landesmeisterschaften in Lüdenscheid den 2. Platz, die Vize-Meisterschaft hinter dem Lokalmatadoren Reinhold Schmidt aus Lüdenscheid. Im Jubiläumsjahr 2006 erlebte das Fahnenschwenken im St. Hubertus-Schützen-Korps Holzheim eine Renaissance. Der Hubertus-Fahnenzug „Freiwild“ unter Oblt. Dieter Overkamp ließ fachkundig in Bocklemünd/Mengenich eine Schwenkfahne anfertigen, die seit dem Schützenfest zur Bereicherung des Erscheinungsbildesund zur Freude der Zuschauer von Stefan Tillmann durch die Luft gewirbelt wird.

 

Text: Peter Schornstein